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Und was jetzt?

Nichts Spezifisches ist zu tun. Das braucht es nicht, es genügt vollkommen, wenn ich mich auf diese Gedanken wirklich einzulassen vermag. Nur steckt darin etwas, was wir vielleicht als Problem empfinden, was tatsächlich aber keines ist. Nur ein Relikt, das aus dem konditionierten Denken stammt. Baldur Kirchner hat es in diesem Gedanken indirekt zum Ausdruck gebracht:

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur derjenige, der sich in seiner Persönlichkeit verändert, auch sein Handeln dauerhaft ändern kann. Das konventionelle Mentaltraining konditioniert nur Verhalten.“

Meine Persönlichkeit ist nichts Statisches, es ist nur die Summe aller (!) mir zur Verfügung stehenden Informationen, die mich handeln lassen, wie ich eben handle. Ändern sich die Informationen, ändert sich meine Persönlichkeit.

Man hört ja so oft, dass unser Verstand das Problem in unserem Leben wäre. Das ist er jedoch nicht, ohne ihn säßen wir ziemlich blöd herum. Es ist eben nicht der Verstand, sondern wie wir ihn (be-) nutzen. Es kommt alleine darauf an, worauf ich mich gedanklich ausrichte.

In einem Podcast von Vera Birkenbihl über Quantenphysik sagt sie folgendes: „Normalerweise geht man davon aus, dass ein Referent weiß, worüber er spricht. Bei der Quantenphysik ist das leider unmöglich. Da weiß es so gut wie keiner.“

Nur bedeutet dieser Gedanke keineswegs, dass ich keine quantenphysikalische Prozesse anwenden würde. Das kann ich sehr wohl, schließlich arbeiten mein Organismus und mein Gehirn permanent damit. Und ich kann auch darüber reden, was ich jedoch nicht ohne weiteres kann, das ist sie mir vorzustellen.

Also muss ich mich aus dem Gefängnis meiner Wahrnehmung befreien. Und das erreiche ich, indem ich mich auf diese Gedanken einlasse. Ich brauche also nichts zu entwickeln. Und ich muss aufhören, an ein aus sich selbst heraus existierendes Ich zu glauben. Ich muss nur bereit sein, mich von ihnen ergreifen zu lassen, dann werden sie in mir lebendig als etwas schon immer Vorhandenes und doch nichts Eigenes.

Ich gebe die Kontrolle ja nicht auf, sondern an den Geist ab. Auf dem Motorrad habe ich wirklich begriffen, dass in dem Moment, in dem ich die Kontrolle aufgebe, ich die volle Kontrolle habe. Und genau so ist es auch im normalen Leben. Nur dass nicht ‚ich‘ die Kontrolle habe, sondern das, zu dem ich ‚ich‘ sage.