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Antworten

In der Tat ist es nicht der Intellekt, sondern die Intuition, die die Menschheit voranbringt. Die Intuition sagt dem Menschen seine Bestimmung in diesem Leben.“
Albert einstein

Sind wir festgefahren?

Dass sich die Menschen nicht ändern würden, ist das Lebensresümee eine 98jährigen Dame, die ich im Urlaub auf Borkum kennenlernte. Aber ich denke, dass sie sich irrt.

Es kann anders sein

Menschen können sich ändern. Ich glaube das nicht, weil ich schlauer bin als sie, sondern weil ich vielleicht das Glück hatte, eine gewisse Affinität zur Physik zu haben, schließlich habe ich einmal 6 Semester Physik studiert. Immerhin. Was mich daran fasziniert ist nicht die mechanische Physik Newtons, sondern im Zusammenhang mit der Quantenphysik stehenden fundamentalen Fragen.

Was Zen und Quantenphysik eint

Übrigens der gleiche Grund, weshalb ich mich schon lange mit Zen beschäftige, vor allem mit Ch’an, dem ursprünglichen Zen. Auch hier geht es um die fundamentalen Fragen des Lebens. Interessant ist, dass die Buddhisten, Ch’an-Menschen und Quantenphysiker wie Anton Zeilinger sich sehr gut verstehen und problemlos miteinander ‚reden‘ können. Sie sprechen natürlich die selbe Sprache. Doch es ist nicht die Sprache, die ihnen die Kommunikation ermöglicht, vielmehr ist das dem Umstand zu verdanken, dass sie identische Denkstrukturen verwenden.

Struktur versus Inhalt

Es geht in erster Linie nicht um den Inhalt, sondern um die Struktur des Denkens. Marshall Mc Luhan hat als Medientheoretiker diese Tatsache an dem Beispiel Medien erkannt. Die heutigen sozialen Medien wie Xing, Twitter oder Facebook haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie richtig er damit lag. Und auf der Internetseite ‚CSS ZEN GARDEN‚ ist eindrucksvoll belegt, dass dies auch bei so scheinbar profanen Dingen wie Internetseiten der Fall ist. Auf das Thema CSS-Design werde ich noch einmal zurückkommen.

Sprache und Weltbild

Läge das Problem des Verstehens nur in der Sprache begründet, wäre es leicht, über fundamentale Fragen zu reden. Nur das  ist es ganz offensichtlich nicht, es ist eine Frage der Denkstrukturen. Wichtig ist sich bewusst zu machen, dass unsere Sprache unserem Weltbild folgt. Und damit haben wir ein echtes Problem, wenn wir dieses Weltbild sozusagen aus einer Metaposition heraus betrachten wollen. Welcher Sprache sollen wir uns dann bedienen?

Theorie und Praxis

Eigentlich ganz einfach, man muss solche Gespräche nur aufspalten. Zuerst kommt die theoretische Darlegung. Das geht auch mit der ‚alten‘ Sprache. Aber es ist erst einmal nur in der Theorie, denn uns fehlt in der Regel die praktische Erfahrung. Denn wirklich ‚begreifen‘ werden wir eine theoretische Überlegung erst dann, wenn wir sie auch praktizieren. Ist wie beim Motorradfahren. Man muss es tun, will man es ‚begreifen‘.

Umsetzung im Flow

Also müssen wir neben der Theorie auch die praktische Anwendung und Umsetzung suchen. Aber bitte nicht im Gespräch, sondern ohne Worte! Und natürlich auch ohne Gedanken! Jedoch nicht im Schweigen, sondern im Flow. Im Flow schweigen wir zwar auch, nur wir denken auch nicht über irgend etwas nach. Hoffentlich, denn sonst war es das mit dem Flow. Ist übrigens das gleiche wie Meditation.

Trennung aufgeben

Im Flow passiert nämlich etwas sehr Grundsätzliches: Die Trennung wird aufgegeben. Normalerweise denken viele Menschen ja, dass das, was sie wahrnehmen, ihre Wahrnehmung und sie selbst von einander getrennt zu sehende Dinge sind, was sie in Wirklichkeit aber nicht sind. Diese Überlegung war es, die Einstein darüber nachdenken ließ, ob der Mond da wäre, wenn keiner hinschaut.

Bewusstsein

Es ist ja ein beliebtes Zen-Koan zu fragen, ob ein Baum auch dann ein Geräusch mach, den keiner hört. Aber die Frage geht ja weiter, denn ist da ein Baum, wenn ihn keiner sieht? Und wer schaute hin, bevor es den Menschen gab? Welches Bewusstsein nahm das wahr, was im Moment des sogenannten Urknalls geschah? Was mich unmittelbar zu der Frage bringt, was Bewusstsein ist.

Bin ich auch wenn ich nichts tue?

Seit die Quantenphysiker erkannt haben, dass die Beobachtung (was immer auch genau darunter zu verstehen ist) Wirklichkeit gestaltet und auch nicht mehr behaupten, dass Wahrnehmung etwas von dem Objekt der Wahrnehmung und dem Wahrnehmenden Getrenntes sei, sondern dass all das ein in in sich verwobener Prozess ist, seither stellt sich mir die Frage, ob ich auch ein Wahrnehmender bin, wenn ich nichts wahrnehme?

Ich bin ein Prozess

Dächte ich mechanisch, dann käme mir vielleicht eine Analogie in den Sinn wie ‚ein Auto ist ein Auto, wenn es nicht fährt oder nicht betankt ist‘. Doch die Analogie hinkt, wenn ich das Phänomen der Komplexität mit einbeziehe. Und das gilt definitiv für alles Lebendige, vielleicht auch für alles. Aber das ist Spekulation. Denn wir können bis jetzt keine Aussage über nicht Lebendiges ohne einen lebendigen Beobachter tun. Wobei ich unter ‚beobachten‘ auch ‚darüber nachdenken‘ verstehe.

Bewusstsein gibt es nur in der Einzahl

Was also ist Bewusstsein? Erwin Schrödinger ist folgender Ansicht: „Bewusstsein gibt es seiner Natur nach nur in der Einzahl. Ich möchte sagen: die Gesamtzahl aller »Bewusstheiten« ist immer bloß »eins«.“ Eine Überlegung, die man nicht so einfach als spirituellen Quatsch abtun sollte, schließlich basieren solche Gedanken ja auf seiner Gleichung, Schrödingers Gleichung genannt, deren Richtigkeit nicht zu leugnen ist.

Die Struktur des Denkens anpassen

Also denke ich darüber nach, doch dazu muss ich die Struktur meines Denkens der Frage anpassen, sonst blende ich die Frage ganz einfach aus, nehme sie nicht wahr. Daran sieht man, dass ich nur wahrnehmen kann, was ich denke, was aber meinen Möglichkeiten ganz offensichtlich zu widersprechen scheint.

Also schaue ich mir die Struktur meines Denkens genauer an.

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