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Ich kann niemanden von etwas überzeugen

Andererseits ist es keine Frage, dass jeder die Welt (mit-) gestaltet. Also auch ich. Was bleibt mir also, als zu sein, wie ich es für richtig halte? Wenn ich die Welt verändern möchte, dann sollte ich den Tag damit beginnen, nach dem Aufstehen mein Bett zu machen und alles aufräumen, was noch herumliegt, was nicht an seinem Platz ist.

Und ich sorge dafür , dass mein Zuhause so ist, wie ich sein möchte. Wahrscheinlich auch nicht so, dass ich mich darin wohlfühle, denn mich wohlzufühlen ist ein Ego-Gefühl, keine wirkliche Zufriedenheit. Also gestalte ich mein Zuhause so, dass es mir Halt gibt um der sein zu können, wie ich mich sehen will.

Es ist die Frage, ob ich ein anderer bin, wenn mein Motorrad sauber und meine Kleidung ordentlich ist? Und macht es etwas aus, welchen Stil ich trage? Ich denke, ja, genau so ist es! Wenn die Dinge ‚in Ordnung‘ sind, also in ‚meiner‘ Ordnung, fühle ich mich einfach besser. Und das gibt mir die Energie, dabei zu bleiben.

Wichtig ist für mich zu verstehen, dass so, wie ich im ‚Kleinen‘ bin, ich auch im ‚Großen‘ oder im Ganzen bin. Ich bin eben, wie ich bin. Dabei wird mir immer wieder und mehr bewusst, dass die Form eben die Inhalte macht. Auf die Inhalte habe ich keinen Einfluss, die ‚passieren‘, aber auf die Form habe ich Einfluss, vorausgesetzt, ich arbeite beharrlich daran.

Das hat sehr viel damit zu tun, wie ich mir wünsche, wie die Welt wäre. Denn, wie gesagt, ich gestalte sie mit, auch wenn ich niemanden zu etwas überreden kann, außer natürlich durch Manipulation. Aber das mache ich nicht. Entscheidend ist, dass ich mich nicht klein mache, dass ich das übliche Spiel der Konvention nicht mitspiele.

Mich in der Konvention zu bewegen hieße doch, das falsche Spiel mitzuspielen. Es ist eine Sache, höflich zu sein, doch das bedeutet definitiv nicht, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv zu werden. In der Konvention geht es um das Kaschieren von individuellen Differenzen. Doch ich darf nicht in Versuchung kommen zu versuchen, andere zu bekehren, zu heilen, auszuschalten oder ansonsten für spezifische Regeln einzutreten.

Das ist vielleicht schwierig zu differenzieren, den mancher kann mein ‚Nicht-Einverstanden-Sein‘ als Versuch ihn zu bekehren missverstehen. Dabei ist es immer nur die Einladung zu einem Dialog, nicht aber zu einer Diskussion. Vor Diskussionen muss ich lernen mich zu hüten, denn die bringen rein gar nichts.

Veröffentlicht in Reflexionen