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Freiheit

Frei zu sein bedeutet sicher nicht, dass ich tun und lassen könnte, was ich will. Das ist eine Illusion, denn bei genauem Hinschauen ist leicht zu erkennen, dass ich mit allem verwoben bin.

Was „frei zu sein“ für mich bedeuten kann, ergibt sich nicht als Gegensatz daraus, wo ich gebunden bin, sondern aus meinem Wesen. Bevor ich mir über irgendetwas Gedanken mache, muss ich mir erst einmal darüber im Klaren sein, was es bedeutet, frei zu sein.

Es geht dabei nicht um die Frage, welche gesellschaftliche Rolle oder welchen Status oder Position ich habe, sondern es geht um mein Wesen, jenseits von gesellschaftlichen Prägungen oder Ansichten.

Mein Wesen ist Aspekt des Kosmos wie ein Element der Natur. Wirklich freu kann ich erst dann sein, wenn ich in Harmonie mit allen Wesen, der Welt und dem Universum lebe.

Es geht also nicht um etwas Spezifisches, sondern um vollkommene Harmonie. Das bedeutet erst einmal implizites Wissen über das Leben, um das dann auch leben zu können. Nur so kann ich frei sein.

Es beginnt damit, mich als Mensch der Natur nicht überlegen zu fühlen, sondern mich einzuordnen, was zugegebenermaßen in unserer Gesellschaft und bei unserem Wirtschaftssystem alles andere als einfach ist.

Es beginnt mit kleinen Schritten in die richtige Richtung. Vor allem, jedenfalls ist das meine Überzeugung, ist es erforderlich so zu denken, wie wir es von den modernen Wissenschaften lernen. Es ist traurig, dass wir etwas lernen müssen, was Tiere ganz selbstverständlich tun. Und kleine Kinder.

Es kostet erst einmal Überwindung, sich von dieser kranken Gesellschaft zu lösen. Da hat Krishnamurti recht: „Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine kranke Gesellschaft angepasst zu sein.“ Die „Krankheit“ besteht in dem Gefühl, sich getrennt von allem Existierenden zu wähnen. „Gesund“ bin ich, wenn ich mich verbunden weiß und auch so empfinde.

Erst in der Verbundenheit bin ich frei.

Veröffentlicht in Gedanken