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Frames

Die „Herausforderung“, will ich „so“ leben, wie ich es für angemessen halte, ist es, die „richtigen“ Bilder zu installieren und im Gegenzug die „falschen“ Bilder loszuwerden, die mein Denken vielleicht noch immer „bestimmen“. Ich glaube, das ist der Satz mit den meisten Anführungszeichen, den ich je geschrieben habe.

Man kann dies jedoch, finde ich jedenfalls, relativ leicht erklären. Wir haben zuhause die verschiedensten Kochbücher, italienisch, asiatisch, französisch, schwäbisch, österreichisch und so weiter und so fort. Je nach dem, welches Kochbuch ich verwende, benutze ich die entsprechenden Zutaten, Gewürze und es wird auch in eine spezifisches Richtung schmecken.

Nicht anders ist es mit unserem Denken. Nur nennen wir die Kochbücher, die uns denken lassen, wie wir eben denken, „Frames“. Für mich merkbar sind sie leider nur über meine Sprache beziehungsweise meine Gedanken. So macht es einen beachtlichen Unterschied, ob ich sage, es sei eine Herausforderung – oder aber es ist eine Schwierigkeit. Das Wort, das ich verwende, Herausforderung oder Schwierigkeit, löst sofort eine spezifische Gestimmtheit und Emotionalität in mir aus – ob ich will oder nicht.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es eine Sache ist, etwas zu beabsichtigten, eine ganz andere hingegen ist es, es auch tatsächlich zu tun. Das liegt an den „Frames“, die ich nutze. Nutze ich ein nicht „passendes“ Frame, gelingt es mir einfach nicht, noch schlimmer, es kann nicht klappen. Ein solches Frame, das sicher nicht funktioniert, ist beispielsweise „Ich versuche es einmal.“ Das Frame „Das mache ich!“ hingegen wird funktionieren.

Kürzlich habe ich diesen Gedanken gelesen: „Meist ziehen wir die Dinge und Menschen in unser Leben, die wir gar nicht wollen. Das liegt daran, wie stark wir uns auf etwas konzentrieren, was wir nicht wollen.“ Das kenne ich, ganz pragmatisch, vom Motorradfahren. Da heißt das dann Blickrichtung.

Man fährt zwangsläufig dorthin, wo man hinschaut. Habe ich die Straße im Blick, definiert das mein „Wo-fahre-ich-hin-Frame“, schaue ich aber auf den Graben, definiert meine Ängstlichkeit dieses Frame. Das ist immer so. Womit ich mich beschäftige, das begegnet mir vermehrt, ob ich das will oder nicht, denn genau das definiert mein Frame.

Wenn Sie mehr über die Macht der Frames wissen wollen, schauen Sie einmal hier rein, ein sehr interessantes Video von Gerd Scobel über Frames.

Veröffentlicht in Gedanken