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Eingeständnis

Es ist frustrierend, wenn man sich irgendwann eingestehen muss, dass man bisher nicht wirklich gelebt hat. Statt dessen hat man einfach nur funktioniert, geglaubt, man würde schon das Richtige tun. Und man registriert mit einem Mal, dass man wie ein Zombie durch die Welt gelaufen ist und vielleicht auch noch läuft.

Noch frustrierender ist es wenn man merkt, dass dieser „man“ man selbst ist. Also ich. Die Alternative zu „funktionieren“ ist wohl, sich frei zu fühlen, wirklich frei. Wenn ich in meinem Leben zurückschaue und mich frage, wann ich wirklich frei war, dann merke ich schnell, dass ich mich immer wieder mal frei gefühlt habe. Doch heißt das, dass ich auch tatsächlich frei war?

Woran erkenne ich „Freiheit“? Darunter wird in der Regel die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts.

Autonomie ist der nächste Stolperstein. Darunter wird der Zustand der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit (Souveränität), Selbstverwaltung oder Entscheidungs- bzw. Handlungsfreiheit verstanden. Nur hilft mir das nicht wirklich weiter, weiß ich doch, dass ich allein durch und in Beziehungen existiere.

Also hat Freiheit etwas mit der Gestaltung von Beziehungen zu tun. Bin ich dabei schon allein deshalb „frei“, weil ich über das, was ich zum einen tue, nicht explizit nachdenken muss und zum anderen dass das, was ich tue, in Harmonie mit wirklich allem ist?

Freiheit bedeutet, kein Sklave meiner Gedanken mehr zu sein.

Veröffentlicht in Gedanken