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Einfachheit

Komplexität „funktioniert“ meines Erachtens nach allein durch Einfachheit. Vielfältige und faszinierende Dinge folgen immer einfachen Prinzipien. Zum Beispiel die Bäume in unserem Garten. Ein ganz einfaches Prinzip; eine nicht ganz ebenmäßige Verzweigung.

Das ist das „Baum-Prinzip. Der „fertige“ Baum unterscheidet sich von einem Trieb wie einem Schössling alleine durch die Anzahl der Wiederholungen. Und genau das macht auch Komplexität auf. Sie wirkt oft nur so kompliziert, nämlich dann, wenn man das fraktale Prinzip dahinter (noch) nicht erkannt hat.

Oder nehmen Sie ein Bild. Wir haben beispielsweise einen Kalender von Oswald Koller im Esszimmer hängen. Es sind Bilder, die einem ganz einfachen Prinzip folgen und gerade dadurch sehr aussagekräftig sind. Oder nehmen sie Orgelwerke von Bach. Auch hier macht allein die Organisation der – eigentlich simplen – Tonleiter die Vielfalt und Komplexität der Stücke aus.

Und selbst das Farbspektrum ist total einfach. Es ist einfach nur ein Schwingung des Lichts. Auch hier ist es die Organisation, die die Komplexität und Vielfalt ausmacht. Und auch ein Gebirge entspricht einem ganz simplen fraktale Prinzip.

Nicht anderes ist es beim Denken. Unabhängig von meinem Wissen suche ich in einfachen Strukturen zu denken, denn das ist meines Erachtens die Voraussetzung für komplexes Denken. Selbst mein gesamtes Weltbild folgt nur einigen wenigen Grundannahmen. Es mag zwar komplex sein, doch die dahinterstehenden Struktur ist sehr einfach.

Die Herausforderung ist, mich auf diese Einfachheit – und damit auf die Komplexität – überhaupt einzulassen.

Veröffentlicht in Gedanken I