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Einer oder alle?

Was macht die Menschheit aus? Vor allem, wer macht überhaupt etwas – die Menschheit oder ‚nur‘ der Einzelne? Na klar ‚ich‘, wer sonst, möchte man denken. Doch wie oft sagen wir ‚die’ Amerikaner oder ‚die’ Deutschen – und haben sofort ein klares Bild aus der Schublade geholt?

Viele sagen etwa, dass Nestlé ein eigenartiges Verständnis von der sinnvollen Nutzung von Wasser hat, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Das Dumme ist nur, dass sich bei all der Kritik bei Nestlé niemand angesprochen zu fühlen scheint. Und auch bei denen, die die Flaschen von Nestlé noch immer kaufen, scheint es sich noch nicht herumgesprochen zu haben, dass bei uns das Trinkwasser in bester Qualität direkt aus der Leitung kommt.

Sagte früher jemand etwas Negatives über Anwälte, fühlte ich mich nie persönlich angesprochen, obwohl ich ja auch einer war. Dabei ist es wie mit dem Strand und dem Sandkorn. Worauf kommt es an, auf die Sandkörner oder den Strand, den sie bilden? Ganz klar, der Strand ist das Wesentliche!

Was also, wenn die Menschen keine Ansammlung einzelner Individuen sind, sondern eine Menschheit? Kommst es darauf an wie die Menschheit und nicht, wie der Einzelne ist? Ich denke ja! Das Dumme ist nur, dass die Menschheit nichts macht, machen kann nur der Einzelne etwas, das Individuum, also ich, Sie, wir.

Daher dürfen wir uns nicht in der Anonymität der Masse verstecken und anderen die Verantwortung zuzuschieben; sondern wir müssen sehen, dass die Art entscheidend ist wie wir leben. Wir dürfen also nie denken, dass wir keine Bedeutung haben. Ein klassisches Tetralemma: Stimmt, wir sind Gemeinschaft. Und es stimmt auch, dass wir Individuen sind. Beides ist richtig! Also bin ich beides: Gemeinschaft und Individuum!

Also bin ich sowohl gebunden wie frei.

Veröffentlicht in Allgemein